EmuLog

Entwicklung vernetzter Module zur Umgebungswahrnehmung für kooperativ interagierende Betriebsmittel für den Intelligenten Logistikraum

Durch die zunehmende Individualisierung der Nachfrage und die Globalisierung der Märkte sowie das Aufkommen neuer Informations- und Kommunikationstechnologien ist die Logistik einem starken Wandel ausgesetzt. Die zunehmende Vernetzung von Objekten und Systemen ermöglicht flexiblere und effizientere logistische Prozessketten. Durch die neuen digitalen Technologien sind komplett neue Geschäftsmodelle mit innovativen Produkten und Dienstleistungen denkbar. Diese Entwicklungen werden mit dem Schlagwort Industrie 4.0 umschrieben, wobei alle Objekte miteinander vernetzt werden und dezentral kommunizieren.

Im Gegensatz zu hochautomatisierten Fabriksystemen sind Logistiksysteme komplexe Vernetzungen aus menschlichen und nicht-menschlichen Akteuren. In diesen soziotechnischen Handlungssystemen (Mensch-Technik-Systeme) wirkt der Mensch intensiv sowohl körperlich als auch informationstechnisch zur Erfüllung einer bestimmten Arbeitsaufgabe mit Betriebsmitteln zusammen. Die Effizienz der Gesamtprozesse ergibt sich aus der Verknüpfung menschlicher Handlungen und maschineller Steuerungsoperationen. Über die Systemschnittstellen müssen demnach einerseits die menschlichen Fähigkeiten in Form von Wahrnehmungs-, Handlungs- und Entscheidungskompetenzen effizient in den Prozess gebracht werden können und anderseits die menschlichen Verhaltensweisen bzw. deren Folgewirkungen auf den Prozess für die nicht-menschlichen Akteure erfassbar und bewertbar sein, ansonsten ergeben sich Effizienzverluste in den Arbeitsprozessen hinsichtlich Prozesssicherheit und Arbeitssicherheit. Die zunehmende Prozesskomplexität führt zudem dazu, dass die Transportaufgaben untereinander konkurrieren.

Eine wesentliche Effizienzsteigerung der Transportprozesse lässt sich durch kooperative Operationen erreichen. Hier setzt das FuE-Projekt EmuLog an. Durch eine Ermittlung aller relevanten Zustände der Betriebsmittel und das folgende Broadcasting dieser Informationen an alle relevanten Betriebsmittel können die Transportaufgaben untereinander abgestimmt werden. Als zentrales Element zur Ermittlung der Zustände der Betriebsmittel sowie für das anschließende Broadcasting werden im Rahmen von EmuLog in Zusammenarbeit zwischen der Thorsis Technologies GmbH und dem Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF sogenannte Umgebungswahrnehmungsmodule entwickelt und evaluiert, die Teilbereiche ihrer jeweiligen Umgebung wahrnehmen und an andere vernetzte Teilnehmer propagieren können sowie Information anderer Umgebungswahrnehmungsmodule empfangen und in die Bewertung ihrer lokalen Wahrnehmungshorizonte einbeziehen können.

Dadurch werden aufeinander abgestimmte Bewegungstrajektorien und Zustände aller logistischen Betriebsmittel und folgend eine höhere Dichte, Geschwindigkeit, Auslastung und Sicherheit der nun als kooperativ interagierend charakterisierten Betriebsmittel möglich.

Projektlaufzeit: 01.06.2016 – 31.05.2018